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Neokonservatismus
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top
Der Neokonservatismus, auch Neokonservativismus (griechisch νÎÎżĎ nĂŠos, deutsch âneuâ und lateinisch conservare âerhalten, bewahrenâ), ist eine politische Ideologie. Zwar ist auch schon mit Bezug auf die Zeit der Weimarer Republik in Deutschland von Neokonservatismus (auch âjungkonservativâ oder Konservative Revolution) die Redecite-ref-1[1], doch bezieht sich der Begriff vornehmlich auf Teile des Konservatismus in den Vereinigten Staaten. Dort spricht man zur Abgrenzung zu anderen StrĂśmungen des Konservatismus bzw. Konservativismus von den Neocons.
Contents
⢠Definition
⢠Standpunkte
⢠AuĂenpolitik
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Einzelnachweise
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Definition
Der Neokonservatismus hat sich seit Ende der 1960er Jahre zu seiner heutigen Gestalt entwickelt. Zu dieser Zeit brach angesichts des Vietnamkriegs und revisionistischer Interpretationen des Kalten Kriegs der liberale antikommunistische Konsens zusammen, der bis dahin die amerikanische AuĂenpolitik gekennzeichnet hatte und von dem die Neokonservativen ein Teil gewesen waren.cite-ref-2[2]
Fundamentale Merkmale des Konservatismus wie der Vorrang von Familie, Heimat, Patriotismus, Staat und Nation sowie die Betonung von Religion sind auch dem Neokonservatismus eigen. Insgesamt weist er viele unterschiedliche Ansichten auf: Liberale Ansätze befĂźrworten Sozialpolitik und staatliche Eingriffe in die Wirtschaft, während andere diese auf ein Minimum beschränkt wissen mĂśchten. Manche sprechen auĂenpolitisch einer aggressiven Interventionspolitik das Wort, während andere auf diesem Feld zur ZurĂźckhaltung mahnen.cite-ref-3[3] Der Neokonservativismus unterscheidet sich von anderen Formen des tradierten Konservatismus (oder Konservativismus) in zentralen Punkten, weil neokonservative Theoretiker das Verhältnis von Freiheit und Ordnung bzw. Ăberlieferung und Fortschritt anders gewichten. Der Neokonservatismus strebt nach aktiver Veränderung statt nach reinem Festhalten an Vergangenem und wird deshalb gelegentlich auch als âNeue konservative Revolutionâ (New Conservative Revolution) bezeichnet (analog: Konservative Revolution der Weimarer Zeit).
Die Weltsicht vieler Neokonservativer wird durch Francis Fukuyamas Theorem vom âEnde der Geschichteâ geprägt: Die marktwirtschaftlich organisierte Demokratie westlichen Musters habe sich demzufolge als quasi endgĂźltiges gesellschaftliches Konstrukt weltweit geschichtlich durchgesetzt. Gleichzeitig bestĂźnden Ăźberkommene oder neu belebte Konflikte fort (vgl. u. a. Samuel P. Huntington und dessen These vom âClash of Civilizationsâ, dem âKampf der Kulturenâ), denen man sich offensiv, notfalls militärisch stellen mĂźsse. Allerdings sei bei dem weltweit angestrebten und von Vertretern des Neokonservatismus postulierten âĂbergang zum demokratischen Kapitalismusâ die Frage der Vorherrschaft im âwestlichen Lagerâ selbst zu klären, weil es hier europäisch-amerikanische Gegensätze gebe. Fukuyama distanziert sich von der Realpolitik der Neokonservativen. Er kritisierte z. B. den Irakkrieg der neokonservativ geprägten Bush-Regierung und nannte ihn âleninistischâ.cite-ref-4[4]
Der Neokonservatismus gewann in der Person fĂźhrender Politiker wie Paul Wolfowitz oder Richard Perle prägenden Einfluss auf die GrundzĂźge der amerikanischen AuĂenpolitik unter George W. Bush 2001 bis 2009. Diese Politiker und Intellektuellen gelten wegen ihrer BefĂźrwortung militärischer Konfliktregulierung oftmals als auĂenpolitische Hardliner (âFalkenâ) und werden als Architekten eines interventionistischen Unilateralismus der USA angesehen. Vielfach wird auch ein âimperiales Projektâ dieser Kreise ausgemacht, das die US-amerikanische Hegemonie in der Welt sichern und internationale Organisationen als Garanten des Weltfriedens entweder ablĂśsen oder â sozusagen unter US-âSchirmherrschaftâ â umfassend transformieren will. Diese hegemoniale Vision gilt manchen aufgrund ihrer tiefgreifenden Implikationen als kaum durchsetzbar, zumal sie â historisch gesehen â in Anspruch und AusmaĂ den bislang wohl weitreichendsten Entwurf einer âNeuen Weltordnungâ (George Bush Senior) darstellt.
Standpunkte
AuĂenpolitik
Die politische Gruppierung der Neokonservativen unterstĂźtzt einen rigorosen Antikommunismus und profilierte sich in den vergangenen 25 Jahren insbesondere durch die BefĂźrwortung einer interventionistischen AuĂenpolitik und unilateraler HegemonieansprĂźche. Zu Beginn des Irakkrieges verĂśffentlichte Richard Perle am 22. März 2003 im britischen Spectator einen Artikel unter dem Titel United They Fall, in dem die Position der Neocons zu internationalen Institutionen und zum internationalen Recht zum Ausdruck kommt. Saddam Husseins Terrorherrschaft, so Perle damals, stehe vor einem schnellen Ende. Er werde aber nicht allein fallen, sondern â in einer Ironie des Abschieds â auch die Vereinten Nationen mit zu Fall bringen. Es werde nicht die gesamte UNO, aber die Vorstellung der UN als das Fundament der âNeuen Weltordnungâ sterben:
â[âŚ] in a parting irony he will take the United Nations down with him. Well, not the whole United Nations. The âgood worksâ part will survive, the low-risk peace-keeping bureaucracies will remain, the looming chatterbox on the Hudson will continue to bleat. What will die in Iraq is the fantasy of the United Nations as the foundation of a new world order.â
â
Richard Perle
In den Ruinen des Iraks seien auch die intellektuellen TrĂźmmer der liberalen Einbildung zu besichtigen, es gäbe Sicherheit durch internationales Recht, administriert von internationalen Organisationen. Es sei eine âgefährlich falscheâ Idee, nur der UN-Sicherheitsrat kĂśnne die Anwendung von Gewalt legitimieren.
Wirtschafts- und Sozialpolitik
FrĂźhe Neokonservative setzten in bestimmten Bereichen durchaus auf Staatsinterventionismus und vertraten noch in den 1970er Jahren nach europäischen MaĂstäben beinahe âsozialdemokratischeâ Wohlfahrtsstaat-Positionen. Später jedoch deckten sich die elementaren wirtschafts- und sozialpolitischen Konzepte der Neocons â jedenfalls derer, die in der Politik tatsächlich Einfluss erlangten â häufig mit jenen neoliberaler Theoretiker und gingen (insbesondere bei deren Umsetzung in politische Praxis) mitunter noch weit darĂźber hinaus. Wegbereiter dieses Denkens waren Ăkonomen wie Milton Friedman, Israel Kirzner oder Alan Greenspan, fĂźr die neoliberale Werte wie Deregulierung, Freiheit des Unternehmertums und niedrige Steuern wichtiger waren als der aus ihrer Sicht dysfunktionale Wohlfahrtsstaat. Theoretiker wie Frank Schulz sprechen von einem âmarktgläubigen Status-quo-Konservatismusâ. SteuerkĂźrzungen in groĂem Umfang â vor allem aber fĂźr die oberen Einkommensschichten gemäà der Trickle-down-Theorie â weitreichende KĂźrzungen im Bereich der sozialen Sicherungssysteme mit der Teilprivatisierung des Rentensystems (EinfĂźhrung von Alterssicherungsfonds) sowie KĂźrzungen bei der Gesundheitsversorgung und -vorsorge (die Zahl der US-Amerikaner ohne Krankenversicherung stieg in der ersten Amtszeit Bushs dem US Census Bureau zufolge von 39,8 Millionen im Jahr 2000 auf 43,6 Millionen im Jahr 2002) prägten die konkrete Wirtschafts- und Sozialpolitik der Bush-Regierung. Im Londoner Guardian kommentierte der ehemalige Clinton-Berater und Autor des Buches The Clinton Wars, Sidney Blumenthal, Bushs Politik am 20. Januar 2005 so:
âIn seiner ersten Amtszeit versprach er âmitfĂźhlenden Konservatismusâ (compassionate conservatism). In seiner zweiten Amtszeit verspricht er einen Kasino-Konservatismus, die Restauration des âboom and bustâ, die er die âEigentĂźmergesellschaftâ (ownership society) nennt. Er hat seine Präsidentschaft darauf verwettet.â
â
Sidney Blumenthal
Bush gehe ein hohes Risiko ein mit âseinem Anschlag auf den Gesellschaftsvertragâ (Blumenthal). Andere Kritiker sahen zudem insbesondere in der horrenden Verschuldung der USA gegenĂźber dem Ausland eine zunehmende Gefahr auch im Hinblick auf die weitgesteckten auĂenpolitischen Ziele. In diesem Zusammenhang wurde oft vom imperial overstretch (der imperialen Ăberdehnung) gesprochen.
Retraditionalisierung der Geschlechterrollen
Neokonservative propagieren eine Wiederherstellung traditioneller Geschlechterrollen und eine Stärkung âtraditioneller Familienâ, um die sozialen Strukturen an den von ihnen geforderten freien Kapitalismus anzupassen. Die Familie solle eine Alternative zum Wohlfahrtsstaat darstellen, wodurch KĂźrzungen der Budgets fĂźr Gesundheit, Bildung und Soziales legitimiert werden kĂśnnen. âTraditionelle Werteâ sollen den moralischen Verfall durch die konsumorientierte Gesellschaft abfedern.cite-ref-5[5]
UrsprĂźnge und HintergrĂźnde des Neokonservatismus
Die Wurzeln in der âOld Leftâ (alten Linken)
Die intellektuellen GrĂźnder des Neokonservativismus, Daniel Bell, Nathan Glazer, Irving Howe und ihr âSpiritus rectorâ Irving Kristol, waren in den 1930er und 1940er Jahren Absolventen des City College of New York, einer Kaderschmiede, die wegen ihrer harten Aufnahmekriterien bei fehlenden StudiengebĂźhren als âHarvard des Proletariatsâ bezeichnet wurde. Diese Intellektuellen waren groĂteils Kinder jĂźdischer Immigranten aus Ost- und Ostmitteleuropa, einer BevĂślkerungsgruppe, die oft besonders unter Armut zu leiden hatte. Diese Herkunft schuf eine Distanz der Intellektuellen zum dogmatischen puritanischen Konservatismus der wohlhabenden Republikaner und machte sie zunächst zugänglich fĂźr die Ideen des Sozialismus und des Kommunismus. Die Weltwirtschaftskrise und der Stalinismus radikalisierte in den 1930er Jahren auch die Studentenschaft des City College of New York. Später gehĂśrten auch Studierende des Columbia College wie Norman Podhoretz zu dieser Gruppe, die meist den New Deal unterstĂźtzte.cite-ref-6[6]
Kristol jedoch war aktives Mitglied der Young Peopleâs Socialist League der trotzkistischen Vierten Internationale. FĂźr ihn erschien aus späterer Perspektive die Rebellion der jungen Antistalinisten in den 1930er Jahren âgesĂźnderâ (healthier) als die Studentenbewegung der 1960er,cite-ref-7[7] die den Glauben an Amerika aufgegeben hätten.cite-ref-8[8]
Durch den Aufstieg des Nationalsozialismus näherten sich viele jßdische Intellektuelle wie Nathan Glazer der zionistischen Bewegung an. Durch den Zweiten Weltkrieg wurden sie zusätzlich extrem sensibilisiert fßr jede Einschränkung ihrer Rechte. In der Folge wurden fßr sie die ultraliberalen amerikanischen Werte und die Freiheitsideologie wichtiger als die traditionellen sozialen und religiÜsen Bindungen der Paläokonservativen; sie tendierten stattdessen dazu, sie auf die ganze Welt zu ßbertragen, während die Altkonservativen die Wichtigkeit der Bindung dieser Werte an das Mutterland betonten.
Die Abkehr von den sozialen Bewegungen und der liberalen Kultur
Noch in den 1950er Jahren hatten die zukĂźnftigen jĂźdischen Neokonservativen die Idee der USA als Melting pot begrĂźĂt. Doch der Aufstieg der BĂźrgerrechtsbewegung der Afroamerikaner brachte einige jĂźdische Amerikaner in eine schwierige Situation. Da sie die Egalisierung der Rassenunterschiede als identitätsbedrohend empfanden, betrachteten sie alle Bewegungen, die dieses forderten, als potenzielle Gegner.cite-ref-9[9] FĂźr Nathan Glazer bildeten neben der Industriearbeiterschaft und Einwanderern vor allem die Schwarzen eine soziale Basis fĂźr den Kommunismus in den USA; ihre breite Mobilisierung sei allerdings an der Indifferenz der Kommunisten gegenĂźber der Identitäts- und Rassenfrage gescheitert.cite-ref-10[10] Glazer und Daniel Patrick Moynihan â später Berater Präsident Nixons und Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen â wiesen in einem weitverbreiteten Buch die Melting-Pot-These explizit zurĂźck.cite-ref-11[11] Insgesamt standen die zukĂźnftigen Neokonservativen der BĂźrgerrechtsbewegung, dem Wirken von Martin Luther King und Gesetzen wie den Civil Rights Acts von 1964 und 1965 im Gegensatz zu vielen traditionellen amerikanischen Konservativen jedoch noch wohlwollend gegenĂźber.cite-ref-12[12]
Der entscheidende Moment der Abkehr der zukĂźnftigen Neokonservativen von der Demokratischen Partei war der von ihnen in der Auseinandersetzung mit dem Vietnamkrieg wahrgenommene Linksschwenk der Partei unter dem Druck der New Left (Neue Linke). Diese war pazifistisch und auf Entspannungspolitik ausgerichtet, während die zukĂźnftigen Neokonservativen an der strikt antikommunistischen Linie frĂźherer demokratischer Präsidenten wie Harry S. Truman, John F. Kennedy oder Lyndon B. Johnson festhalten wollten. Als die Parteilinken 1972 George McGovern als Präsidentschaftskandidaten durchsetzten, der die Wahl haushoch verlor, orientierte sich diese Gruppe zunächst an Henry M. Jackson, einem Senator aus Washington, der aktive Sozialpolitik im Innern mit einem strikten Antikommunismus in der AuĂenpolitik verband. SchlieĂlich geriet die Alternativkultur mit ihrer Popmusik und der sexuellen Befreiung insgesamt in den Fokus auch der neokonservativen Kritik, da sie â so ein Bestseller von Allan Bloom â moralische Werte aushĂśhle, zum kulturellen Relativismus und damit zur Schwäche fĂźhre und den Staat von innen bedrohe.cite-ref-13[13] Damit nahm Bloom ebenso wie Norman Podhoretz, der das Buch begrĂźĂte, eine Zwischenposition zwischen Paläo- und Neokonservativen ein. Podhoretz schlug als ein Mittel gegen die liberale Erziehung die Verwendung von Platos Schriften und der hebräischen Bibel zur Denkschulung an den Hochschulen vor.cite-ref-14[14] Die Abkehr vieler vor allem jĂźdischer Intellektueller von der politischen Linken in den 1970er Jahren beschreibt auch der Historiker George H. Nash.cite-ref-15[15]
Ein weiteres Motiv des verstärkten Engagements jĂźdischer Intellektueller in der US-AuĂenpolitik, aber auch ihrer Radikalisierung seit den 1960er Jahren war die Sorge um die Sicherheit Israels.cite-ref-16[16] DafĂźr wurden die Beziehungen zu den sozialen Bewegungen, teils aber auch zum traditionalistischen FlĂźgel der Republikanischen Partei gekappt. Seit 1970 fĂźhrte das zu heftigen ideologischen Konflikten innerhalb der Republikaner, die sich vor allem am Aufstieg von Ronald Reagan festmachten, der fĂźr die Altkonservativen ein zweifelhafter EmporkĂśmmling, fĂźr die Neokonservativen aber ein Hoffnungsträger war.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]
Theorie und Praxis
Aufgrund der neuartigen Verbindung unterschiedlicher Positionen geraten die Grenzen der politischen Ideologie des Neokonservatismus bisweilen unscharf. Es lassen sich allerdings durchaus wichtige Haltungen und Einstellungen benennen, die die Neokonservativen miteinander verbinden. Diese stammen Ăźberwiegend aus den Zeiten des Kalten Krieges, als die Neocons vielfach noch den Demokraten nahestanden (wie zum Beispiel Jeane Kirkpatrick, die sozusagen â neben anderen aus dieser Ăra â die BrĂźcke vom Reaganism zum Neo-conservatism verkĂśrperte): staatliche Verantwortung in der Wirtschaft zur Aufrechterhaltung des sozialen Friedens (eine Forderung, die allerdings weitestgehend rhetorisch blieb und spätestens seit Reagan ins schiere Gegenteil kippte), Wertkonservatismus im Sinne der Erhaltung eines starken Amerikas im Innern und eine auf nicht konterkarierbare militärische Dominanz setzende AuĂenpolitikcite-ref-19[19]. Auffallend ist die Dichotomisierung in Gut und BĂśse, die auch nach dem Ende des Kalten Krieges das Weltbild der Neocons bestimmt.
Die Abgrenzung von traditionellen Konservativen
Die grundsätzlichen Ansichten und Positionen der Neokonservativen unterlagen in den letzten drei Jahrzehnten bis zur Jahrtausendwende mehrmaligem Wandel und gerieten, wie noch zu zeigen sein wird, oft in vielerlei Aspekten inkonsistent â nicht zuletzt deshalb, weil zu Vielem gar keine Ăźber das Proklamatorische und Deklamatorische hinausreichenden theoretischen Konzepte vorliegen.
âIs there any âthereâ there?â, fragt sich Irving Kristol selbst noch 2003 in einem Artikel â was ist das Besondere am Neokonservatismus? Damals hieĂ es noch:
âEin richtig verstandener Wohlfahrtsstaat kann ein integraler Bestandteil einer konservativen Gesellschaft sein.â
â
Irving Kristol
Wirtschaftsethik sei in jeder Zivilisation richtigerweise âdurch moralische und religiĂśse Tradition definiert, und es ist ein Eingeständnis moralischen Bankrotts zu behaupten, dass das, was das Gesetz nicht ausdrĂźcklich verbietet, deshalb schon moralisch erlaubt istâ, schreibt Kristol in den 1980er Jahren. âDie Menschen brauchen Religion. Sie ist ein Bindemittel moralischer Tradition. Sie spielt eine entscheidende Rolle. Nichts kann ihre Stelle einnehmenâ, betont er in Two Cheers for Capitalism.
In bestimmten Kernfragen trifft sich der Neokonservatismus Ă la Irving Kristol durchaus mit GrundĂźberzeugungen der religiĂśsen Rechten (Theo-Cons):
âIch glaube nicht, dass Ăźber Sittlichkeit auf der privaten Ebene entschieden werden kann. Ich denke, man braucht Ăśffentliche FĂźhrung und Ăśffentliche UnterstĂźtzung fĂźr einen moralischen Konsens. Die durchschnittliche Person hat instinktiv zu wissen, ohne darĂźber zu viel nachzudenken, wie sie ihre Kinder groĂzieht. [âŚ] Wenn man MaĂstäbe hat, moralische MaĂstäbe, dann muss man wollen, dass sie sich durchsetzen, und man hat letztlich zumindest fĂźr sie einzutreten.â
â
Irving Kristol
:
in einem Interview mit dem
Reason Magazine
im Jahr 1983
Andererseits streicht er in einem Interview 1987 auch die Unterschiede zu den âalten Konservativenâ heraus: Neo-Konservative seien anders, weil sie âUtilitaristen, keine Moralistenâ seien, âund weil ihr Ziel die Wohlfahrt der postindustriellen Gesellschaft ist, nicht die Wiederbelebung eines Goldenen Zeitalters.â In seinem Buch Reflections of a Neoconservativecite-ref-20[20] fasst Kristol plakativ zusammen:
âUnsere revolutionäre Botschaft [âŚ] ist, dass Menschen mit Selbstdisziplin eine politische Gemeinschaft schaffen kĂśnnen, in der eine geordnete Freiheit sowohl den wirtschaftlichen Wohlstand als auch die politische Teilhabe voranbringt.â
Der Neokonservatismus in den USA grenzt sich auch dadurch dezidiert von traditionellen Right-Wing-Konservativen (mitunter als Paleo-Cons belächelt) ab, indem deren (wirtschafts- und auĂenpolitische) Konzepte des Protektionismus und Isolationismus â wie sie z. B. der Ex-Republikaner Pat Buchanan vertritt â verworfen werden. Strittig ist oft die Einschätzung von Donald Trump, der meist als Populist, jedoch nicht als Paläo- oder Neokonservativer bezeichnet wird.cite-ref-21[21]
Hegemonie versus VĂślkerrecht
Den Neocons wurde und wird freilich nachgesagt, derlei humanitäre Argumente seien lediglich Vorwände fĂźr materiell inspirierte imperiale Bestrebungen; sie hätten de facto die Monroe-Doktrin â mit der im frĂźhen 19. Jahrhundert Nord- und SĂźdamerika zur ausschlieĂlichen Interessenssphäre der USA erklärt wurden â kurzerhand auf den gesamten Planeten ausgedehnt. Kritiker werfen den Akteuren in den Vereinigten Staaten insbesondere vor, dass es ihnen in der politischen Praxis gleichgĂźltig sei, wer welcher âSchurkeâ ist â wesentlich sei fĂźr das Inkrafttreten allfällig angedrohter und mit âmoralischenâ Argumenten untermauerter bzw. gerechtfertigter Sanktionen, ob der âSchurkeâ auf Seiten der USA stehe oder nicht, eine interessensgeleitete und opportunistische â manche sagen: zynische â Haltung, die seit den Reaganites als âKirkpatrick-Doktrinâ firmiert.
âMassenvernichtungswaffen waren nie der Hauptgrund fĂźr den Krieg. Noch war es die entsetzliche UnterdrĂźckung im Irak. Oder die Gefahr, die Saddam fĂźr seine Nachbarn darstellte. [âŚ] Beim Feldzug im Irak geht es darum, Versprechen gegenĂźber den Vereinigten Staaten zu halten oder die Konsequenzen zu tragenâ, so Daniel Pipes, GrĂźnder des Middle East Forum (MEF) in Philadelphia, einer Denkfabrik, die nach eigenem Bekunden amerikanische Interessen im Nahen Osten âbestimmen und fĂśrdernâ will. Der Neocon Pipes, der eng mit dem American Enterprise Institute for Public Policy Research (AEI) kooperiert und Unterzeichner von dessen Grundsatz-Charta ist, gilt als kompromissloser Anti-Islamist. Präsident Bush hatte den ausgewiesenen Hardliner 2003 gegen den offenen Widerstand des Kongresses in den Vorstand des U.S. Institute of Peace berufen, dem er bis Januar 2005 angehĂśrte.
Die âAbwesenheit tyrannischer ZĂźgeâ macht es gemäà Thomas Donnelly, ehemals einer der fĂźhrenden KĂśpfe des AEI und derzeit u. a. bei der U.S.-China Economic and Security Review Commission tätig, den Feinden der Pax Americana indes schwer, gegen sie zu argumentieren und vorzugehen.
âDie amerikanische Weltordnung ist zu wohlwollend, besonders im Vergleich zu Alternativen wie der islamischen Theokratie oder dem chinesischen Kommunismus. Der amerikanische Imperialismus kann neue Hoffnungen auf Freiheit, Sicherheit und Wohlstand mit sich bringen.â
â
Thomas Donnelly
Seine Anziehungskraft kĂśnne gleichzeitig die BefĂźrchtungen vor allzu groĂer militärischer Macht dämpfen:
âWie in Afghanistan und vielleicht (wieder einmal) im Irak neigen von Despoten regierte unterdrĂźckte Mehrheiten dazu, amerikanische Soldaten eher als Befreier zu sehen, denn als Eroberer.â
â
Thomas Donnelly
Seit dem 11. September 2001 habe auch Präsident Bush gelernt, dass es hart sei, ein âbescheidener Hegemonâ zu sein. Bush nehme in seinem Kampf gegen den Terrorismus keine Nation von den ââwahren und unabänderlichenâ amerikanischen Prinzipien von Freiheit und Gerechtigkeit aus.â (Donnelly) â[Bush] sieht die Befolgung dieser Prinzipien als eine ânicht verhandelbare Forderungâ, die das âĂźbergeordnete Zielâ des Krieges darstelltâ, konstatiert er unter Anspielung auf Bushs apodiktische ĂuĂerung (manche Kritiker weisen sie als Ultimatum zurĂźck): âEntweder seid Ihr mit uns oder Ihr seid mit den Terroristen.â (Thomas Donnelly)cite-ref-22[22]
Andererseits betonen die Verfechter des Neokonservatismus selbst, dass die auĂenpolitischen Konzepte durchaus nicht auf Lehrsätzen (oder Prinzipien) im Sinne einer zusammenhängenden Ideologie beruhen, sondern auf ihrer Interpretation geschichtlicher Erfahrungen:
âEs gibt keine Zusammenstellung von neokonservativen Ăberzeugungen hinsichtlich der AuĂenpolitik, nur eine Reihe von aus der Geschichte abgeleiteten Haltungen dazu. (Der neokonservative Lieblingstext Ăźber auswärtige Angelegenheiten ist â dank Professor Leo Strauss aus Chicago und Donald Kagan aus Yale â der von Thukydides Ăźber den Peloponnesischen Krieg.)â
â
Irving Kristol
:
2003
Und auch Donnelly unterstreicht:
âWas wir genau erschaffen, wissen wir nicht.â
â
Thomas Donnelly
Das geistige Fundament
âIn der konservativen Bewegung der Vereinigten Staaten gibt es eine lange Debattentradition, und daraus sind zwei Denkschulen entstandenâ, so der auch fĂźr die US-Regierung tätige Thomas Donnelly Anfang 2003 in einem Fernsehinterview: âDie erste ist die traditionelle Kissinger- und Realpolitik-Schule, die Balance of Power als Maxime hatte. Jeder Staat ist gleich und versucht, seine Macht zu erhalten und auszubauen. Stabilität kommt aus der Balance dieses Wettstreitsâ. Dagegen stehe die âneokonservative Reagan-Schule, die besagt: Es ist die Qualität der Regierung, die zu Kriegen und zu internationalem Wettstreit fĂźhrtâ. Seit dem 11. September habe die Reagan-Schule die Oberhand: âWir betrachten unsere Werte als universelle Werteâ, erläutert Donnelly. âUnd Amerikaner hatten in der Geschichte sehr viel Erfolg damit, ihre Werte zu exportieren.â
Vordenker und WortfĂźhrer
Als wichtiger Theoretiker fĂźr die Neokonservativen gilt der Philosoph Leo Strausscite-ref-24[24]cite-ref-25[25]. Vielfach wird Straussâ Einfluss dafĂźr verantwortlich gemacht, dass der Neokonservatismus sehr ausgeprägte ZĂźge des Machiavellismus aufweist. Insbesondere geht auf Strauss die Idee des âMythosâ zurĂźck (insbes. Religion und Nation). Dieses Konzept ist eng verbunden mit Straussâ Ansatz, dass das Volk von der Elite belogen werden mĂźsse. Dies ergibt sich aus Straussâ tiefem Misstrauen gegen bzw. seinem Entsetzen Ăźber die liberale Gesellschaft. Der politische Mythos sei zwar nicht wahr, aber eine ânotwendige Illusionâ. Notwendig sei dies, weil die individuelle Freiheit die (einfachen) Menschen dazu verleite, âallesâ in Frage zu stellen, was dann die Gesellschaft insgesamt zerstĂśren wĂźrde. Die Elite mĂźsse diese LĂźgen Ăśffentlich vertreten und leben, privat mĂźssten sie diese natĂźrlich nicht glauben. (Strauss wies hier gern auf den TV-Anwalt Perry Mason als Rollenvorbild hin.)
Albert Wohlstetter â u. a. Paul Wolfowitzâ Doktorvater; Wohlstetters Tochter war eine Jugendfreundin von Richard Perle â wird mit zahlreichen Protagonisten des Neokonservativismus in Verbindung gebracht. Der ausgewiesene Bellizist war schon zu Zeiten der Kubakrise Berater von John F. Kennedy.
Eine kompromisslose Politik der âprovokativen Stärkeâ durch WettrĂźsten empfahl Fritz G. A. Kraemer, jĂźdischer Emigrant aus Essen, Jurist, US-Offizier und Absolvent und Lehrer am National War College, der von 1951 bis 1978 als Berater des US-Verteidigungsministeriums agierte und wesentlichen Einfluss auf James R. Schlesinger ausĂźbte. Diesen hatte er schon 1944 kennengelernt und âentdecktâ.cite-ref-26[26] Weitere ZĂśglinge Kraemers waren Donald Rumsfeld und Alexander Haig. Auch der deutsche Parlamentsberater, Verfechter des NATO-Doppelbeschlusses und Investor Hubertus Hoffmann beruft sich auf ihn. Kraemers Prinzip Peace through Strength und die Fokussierung auf die Herausbildung einer starken und exzellenten Elite als Reaktion auf die von ihm als materialistisch, feige und faul wahrgenommene bĂźrgerliche Gesellschaft fand auch bei Richard Nixon Beachtung.cite-ref-27[27] Nachhaltige Wirkung sowohl auf Politiker als auch auf Intellektuelle â allerdings nicht nur neokonservativer Herkunft â hatte auch der aus Tschechien stammende Josef Korbel (der Vater der ehemaligen US-AuĂenministerin Madeleine Albright).
Der Streit um das nationale Erbe
Ein regelrechter geistiger Krieg zwischen liberals (hier im Sinne von Progressive, was in den USA mit âlinksorientiertâ gleichgesetzt wird) und conservatives wird schlieĂlich um das ursprĂźngliche US-amerikanische intellektuelle Erbe gefĂźhrt, insbesondere das der GrĂźnderväter und groĂen Präsidenten wie George Washington, Thomas Paine, Thomas Jefferson und Abraham Lincoln, dem Ăbervater der Grand Old Party wie auch der Union insgesamt. Nicht nur bei dieser Gelegenheit beklagen âLinkeâ wie âRechteâ gleichermaĂen das âGossenniveauâ (so Norman Birnbaum, Professor an der Georgetown University), das die politische Auseinandersetzung in den USA oft weithin kennzeichne. Birnbaum, der sich selbst fĂźr patriotischer hält âals diese Leuteâ, betrachtet den Erfolg der Neocons als die Kehrseite der Schwäche der Linken, die dort zum âkorporativistischen Verband degradiertâ sei.cite-ref-28[28]
Denkfabriken und Machtapparat
In der Regierung George W. Bushs wurden eine Reihe einflussreicher Politiker dem Lager der Neokonservativen zugerechnet, darunter neben Perle und Wolfowitz: Douglas J. Feith (Verteidigungsministerium), der ehemalige Staatssekretär im AuĂenministerium und UN-Botschafter der USA John R. Bolton und Lewis Libby (Chief of Staff unter Vizepräsident Dick Cheney). Als ihre âSchaltzentraleâ wird unter anderem das 1943 gegrĂźndete AEI genannt, eine expandierende Denkfabrik in Washingtons Zentrum (einer der Hauptgeldgeber: die Lynde and Harry Bradley Foundation). Erheblichen Einfluss hatte auch das im selben Haus wie das AEI ansässige, 2006 aufgelĂśstecite-ref-29[29] Project for the New American Century (PNAC; 1997 â 2006), dem zahlreiche der Bush-Regierung nahestehende Intellektuelle und Politiker angehĂśrten; ab 2009 Foreign Policy Initiative (FPI). Zu Zeiten der Präsidentschaft Ronald Reagans galt die Heritage Foundation (gegr. 1973) als die einflussreichste ârechteâ Denkfabrik. 1977 wurde das Cato Institute gegrĂźndet, 1984 das Competitive Enterprise Institute (CEI) und The Heartland Institute sowie 1985 Americans for Tax Reform (ATR) und die Zweimonatszeitschrift The National Interest. 1997 begrĂźndeten Eliot A. Cohen u. a. das Project for the New American Century, das unter der Präsidentschaft von George W. Bush groĂen Einfluss auf das U.S. Secretary of Defense ausĂźbte. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer Denkfabriken, bei denen eine unterschiedliche Anzahl von Mitgliedern dem neokonservativen Lager zugerechnet werden, so etwa das seit 1921 bestehende Council on Foreign Relations (CFR; dort ist u. a. der Wall-Street-Journal-Kolumnist Max Boot aktiv), die Foreign Policy Initiative und das Manhattan Institute for Policy Research mit seiner Vierteljahresschrift City Journal, das sich nach der Strafrechtsverschärfung und der Terrorismusbekämpfung seit 2009 dem weltweiten Freihandel widmete.
Anfang 2005 wurde das âKomitee gegen die gegenwärtige Gefahrâ (Committee on the Present Danger) wieder ins Leben gerufen, in dem sich u. a. der ehemalige CIA-Chef James Woolsey engagiert. Nicht nur mit Eliana Benador verfĂźgen die Neocons Ăźber eine einflussreiche PR-Agentur mit vielfältigen Kontakten zu Politik, Wirtschaft und Medien, obgleich bei Benador Associates nahezu alle prominenten Neocons versammelt und vertreten sind. Nach der Ăra Bush sei der Einfluss der Neokonservativen allerdings wieder zurĂźckgegangen.cite-ref-30[30]
Publizistische Foren
Zu den Periodika, die als neokonservativ gelten oder regelmäĂig Beiträge neokonservativer Vordenker verĂśffentlichen, zählen
⢠The Weekly Standard (wohl das einflussreichste Magazin, 1995 von William Kristol â dem Sohn Irving Kristols â gegrĂźndet, 2018 eingestellt)
⢠The Public Interest (MitbegrĂźnder: Irving Kristol â âKein anderes Magazin hat eine vergleichbare Wirkung, die Sozialwissenschaften aufrichtig und ehrlich zu haltenâ (Francis Fukuyama))
⢠Commentary (bis 2007 zugleich Presseorgan des American Jewish Committee; bis 1995 von Norman Podhoretz herausgegeben, heute von seinem Sohn John Podhoretz)cite-ref-31[31]
⢠The New Criterion (vor allem eine Kunst- und Kulturzeitschrift)
⢠Policy Review
Auch in Blättern wie der New York Times und dem Wall Street Journal, die in ihren Seiten traditionell ein breites Meinungsspektrum abbilden, erscheinen Beiträge neokonservativer Autoren. Insbesondere nach dem Irakkrieg 2003 wurden auch einige traditionell linke Publikationen des Neokonservatismus bezichtigt, weil sie sich fßr den Militäreinsatz der USA aussprachen, insbesondere The New Republic; ähnlich erging es dem Journalisten Christopher Hitchens.
Siehe auch
Literatur
⢠Kubilay Yado Arin: Die Rolle der Think Tanks in der US-AuĂenpolitik. Von Clinton zu Bush Jr. Springer VS, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-658-01043-0 (Zugleich: MĂźnchen, Universität, Dissertation, 2012).
⢠Helmut Dubiel: Was ist Neokonservatismus? (= Edition Suhrkamp. 1313). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-11313-5.
⢠John Ehrman: The Rise of Neoconservatism: Intellectuals and Foreign Affairs 1945-1994. Yale University Press, New Haven 1996, ISBN 978-0-300-06025-6.
⢠Murray Friedman: The Neoconservative Revolution. Jewish Intellectuals and the Shaping of Public Policy. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2005, ISBN 0-521-83656-5.
⢠Francis Fukuyama: Scheitert Amerika? Supermacht am Scheideweg (= List-Taschenbuch. 60736). List, Berlin 2007, ISBN 3-548-60736-5.
⢠Jßrgen Habermas: Die Kulturkritik der Neokonservativen in den USA und in der Bundesrepublik. In: Jßrgen Habermas: Die neue Unßbersichtlichkeit. Suhrkamp Verlag, 1985 (es 3325). ISBN 978-3-518-11321-9. Eine gekßrzte Fassung erschien vorab 1982 in Merkur, Heft 413, November 1982.
⢠Jacob Heilbrunn: They Knew They Were Right: The Rise of the Neocons. Doubleday. New York 2008, ISBN 978-0385511810.
⢠Klaus Henning: Aufstieg der âNeoconsâ. Politische Intellektuelle in den USA und der âNeue Imperialismusâ (= Wissenschaft und Forschung. 23). Neuer ISP Verlag, KĂśln 2006, ISBN 3-89900-023-4 (Zugleich: Frankfurt am Main, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Magisterarbeit, 2004: Vom Aufstieg der Neocons zum Krieg gegen den Irak.).
⢠Donald Kagan: On the Origins of War and the Preservation of Peace. Anchor Books â Doubleday, New York NY u. a. 1996, ISBN 0-385-42375-6.
⢠Robert Kagan: Macht und Ohnmacht. Amerika und Europa in der neuen Weltordnung. Siedler, Berlin 2003, ISBN 3-88680-794-0.
⢠Patrick Keller: Neokonservatismus und amerikanische AuĂenpolitik. Ideen, Krieg und Strategie von Ronald Reagan bis George W. Bush. SchĂśningh, Paderborn u. a. 2008, ISBN 978-3-506-76528-4 (Zugleich: Bonn, Universität, Dissertation, 2007).
⢠Irving Kristol: Neoconservatism. The Autobiography of an Idea (= Elephant Paperbacks 304 American History and American Studies). 1st Elephant Paperback edition. Ivan R. Dee, Chicago IL 1999, ISBN 1-56663-228-5.
⢠Volker Lehmann, Max BĂśhnel (Hrsg.): American Empire â No Thank you! Stimmen aus dem anderen Amerika (= Edition Zeitgeschichte. Bd. 10). Homilius, Berlin 2003, ISBN 3-89706-885-0.
⢠Michael Mann: Die ohnmächtige Supermacht. Warum die USA die Welt nicht regieren kÜnnen. Campus-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2003, ISBN 3-593-37313-0.
⢠Alexander Kenneth Nagel: Charitable Choice â ReligiĂśse Institutionalisierung im Ăśffentlichen Raum. Religion und Sozialpolitik in den USA (= Religionen in der pluralen Welt. Bd. 4). Lit, Hamburg u. a. 2006, ISBN 3-8258-8955-6 (Zugleich: Bremen, Universität, Diplomarbeit, 2005).
⢠Alexander Reichwein: Ideologie und AuĂenpolitik: Die Neokonservativen und der 11. September. In: Thomas Jäger (Hrsg.): Die Welt nach 9/11. Auswirkungen des Terrorismus auf Staatenwelt und Gesellschaft (= Zeitschrift fĂźr AuĂen- und Sicherheitspolitik. Sonderheft 2). VS â Verlag fĂźr Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-18420-3, S. 53â80.
⢠Alexander Reichwein: Der amerikanische Neokonservatismus und seine UrsprĂźnge, Ideen und Ziele. Eine liberale und eine realistische Kritik (PDF) (= ZENAF Arbeits- und Forschungspapiere. Nr. 1/2009, ZDB-ID 1134164-6). Zentrum fĂźr Nordamerika-Forschung â Goethe-Universität Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 2009, (PDF; 304 kB).
⢠Hans Rßhle, Hans-Joachim Veen (Hrsg.): Der Neo-Konservativismus in den Vereinigten Staaten und seine Auswirkungen auf die atlantische Allianz (= Forschungsbericht der Konrad-Adenauer-Stiftung. 16). Im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung, Knoth, Melle 1982, ISBN 3-88368-044-3.
⢠Irwin Stelzer (Hrsg.): The Neocon Reader. Grove Press, New York NY 2005, ISBN 0-8021-4193-5.
⢠C. Bradley Thompson, Yaron Brook: Neoconservatism. An Obituary for an Idea. Paradigm Publishers, Boulder CO u. a. 2010, ISBN 978-1-59451-831-7.
⢠Bernd Volkert: Der amerikanische Neokonservatismus. Entstehung â Ideen â Intentionen (= Politische Theorie und Kultur. Bd. 3). Lit, Berlin u. a. 2006, ISBN 3-8258-9361-8.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Hans Mommsen: Die verspielte Freiheit â Der Weg der Republik von Weimar in den Untergang 1918 bis 1933, Die AuflĂśsung des parlamentarischen Systems. Propyläen Berlin, 2018, passim: Achtes Kapitel - Die AuflĂśsung des parlamentarischen Systems, S. 368â429.
cite-note-22. â John Ehrman: The Rise of Neoconservatism: Intellectuals and Foreign Affairs 1945-1994. Yale University Press, New Haven 1996, ISBN 978-0-300-06025-6, S. vii, 2f.
cite-note-33. â John Ehrman: The Rise of Neoconservatism: Intellectuals and Foreign Affairs 1945-1994. Yale University Press, New Haven 1996, ISBN 978-0-300-06025-6, S. vii.
cite-note-44. â Siehe Fukuyamas Position zum Neokonservatismus
cite-note-66. â Benjamin Balint: Running Commentary: The Contentious Magazine that Transformed the Jewish Left into the Neoconservative Right. Public Affairs: New York 2010.
cite-note-77. â Irving Kristol: Memoirs of a Trotskyist, in: New York Times Magazine, 23. Januar 1977.
cite-note-88. â So auch Podhoretz, zit. Abrams, S. 58.
cite-note-99. â Eric L Goldstein: The Price of Whiteness: Jews, Race, and American Identity. Princeton University Press, 2006
cite-note-1010. â N. Glazer: The Social Basis of American Communism. Harcourt, Brace & World, 1961.
cite-note-1111. â N. Glazer, D. P. Moynihan: Beyond The Melting Pot. Cambridge 1963.
cite-note-1212. â James Nuechterlein: The End of Neoconservatism. In: First Things. Vol. 63 (1996), S. 14â15.
cite-note-1313. â Allan Bloom: The Closing of the American Mind: How Higher Education Has Failed Democracy and Impoverished the Souls of Today's Students. Simon & Schuster, 1987
cite-note-1414. â Norman Podhoretz: Conservative Book Becomes a Best-Seller. In: Human Events, Vol. 47 (1990) Nr. 28, S. 5f. ISSN 0018-7194.
cite-note-1515. â G. H. Nash: The Conservative Intellectual Movement in America Since 1945. Basic Books, New York 1976. Neuausgabe 1996.
cite-note-1616. â Murray Friedman: The Neoconservative Revolution: Jewish Intellectuals and the Shaping of Public Policy. Cambridge University Press, 2005.
cite-note-1717. â Edward S. Shapiro: Jews and the Conservative Rift, in: American Jewish History, Vol. 87, No. 3â4, Juni 1999, S. 199â215.
cite-note-1818. â Edward S. Shapiro: A Jewish Challenge to Liberalism â Review of âThe Conservative Intellectual Movement in Americaâ, by George H. Nash. Rezension in: The New Jersey Jewish News, 16. September 1976.
cite-note-1919. â Eine Zielsetzung, die auch in einem Zitat von George W. Bush Ausdruck findet: âA military second to none.â
cite-note-2020. â Irving Kristol: Reflections of a Neoconservative. Basic Books, New York 1983, Neuausgabe Atlantic Books, 1997<.
cite-note-2121. â George Hawley: Making Sense of the Alt-Right. Columbia University Press, 2017. ISBN 978-0-231-54600-3.
cite-note-2222. â Foreign Affairs, Juli/August 2002
cite-note-231. AEI, National Security Outlook, 1. April 2003
cite-note-2424. â Neoconservatism Unmasked. Abgerufen am 6. November 2013.
cite-note-2525. â Barry F. Seidman and Neil J. Murphy (Hrsg.): Toward a new political humanism (2004), S. 197.
cite-note-2626. â Peter F. Drucker: The Man Who Invented Kissinger. New York 1979 (erw. Auflage 1998), ISBN 0-471-24739-1.
cite-note-2727. â Hubertus Hoffmann: True Keeper of the Holy Flame. The Legacy of Pentagon Strategist and Mentor Dr Fritz Kraemer. World Security Network Foundation. 2. Auflage, London u. a. 2012, ISBN 978-3-9812110-5-4.
cite-note-2828. â taz, 30. Oktober 2004
cite-note-2929. â Paul Reynolds: End of the neo-con dream: The neo-conservative dream faded in 2006. In: BBC News. Stand: 21. Dezember 2006. URL: End of the neo-con dream (abgerufen am 28. Februar 2011)
cite-note-3030. â Nathan Abrams: Norman Podhoretz and Commentary Magazine: The Rise and Fall of the Neocons. Continuum: New York 2010.
cite-note-3131. â Eine detaillierte kritische Analyse zur Aktivität von Podhoretz und des Journals findet sich in Nathan Abrams: Norman Podhoretz and Commentary Magazine: The Rise and Fall of the Neocons. Continuum: New York 2010.